Gi-Training beim Checkmat-Seminar mit Rico Vieira im BJJ DOJO Berlin
Seminar mit Rico Vieira (Checkmat Europe) im BJJ DOJO Berlin, 9. November 2024. © Chiara Dazi

Kurz gesagt: Beim Gi trainierst du im traditionellen BJJ-Anzug (Kimono) und darfst Kragen, Ärmel und Hose greifen. Beim No-Gi trägst du Rashguard und Shorts – ohne Stoffgriffe, dafür schneller und körperbetonter. Beides ist Brazilian Jiu-Jitsu, und die meisten guten Grappler trainieren beides.

Von Rodrigo Fernandes, brasilianischer Schwarzgurt 3. Grad, trainiert BJJ seit 2001 – Head Coach im BJJ DOJO Berlin (Checkmat), wo wir Gi- und No-Gi-Kurse anbieten.

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Gi und No-Gi auf einen Blick

GiNo-Gi
KleidungBJJ-Gi (Jacke, Hose) + GürtelRashguard + Shorts oder Spats
GriffeKragen, Ärmel, Hose erlaubtnur am Körper (Nacken, Arme, Beine)
Tempolangsamer, taktischerschneller, explosiver
Typische TechnikenSpider Guard, Lasso, KragenwürgerUnderhooks, Leg Locks, Front Headlock
Gürtelja, Weiß bis Schwarzmeist keine eigenen Gürtel
Gut fürTechnik, Präzision, Selbstverteidigung mit KleidungMMA, Ringen, Kondition

Was ist der Gi?

Der Gi ist der Trainingsanzug aus dicker Baumwolle, den du vielleicht aus dem Judo kennst. Der BJJ-Gi ist allerdings enger geschnitten und robuster, weil am Boden ständig an ihm gezogen wird. Und genau das ist der Punkt: Im Gi ist die Kleidung ein Werkzeug. Du kannst mit dem Kragen würgen, mit dem Ärmel kontrollieren, mit dem Hosenbein den Gegner aus dem Gleichgewicht bringen.

Das macht das Spiel langsamer und taktischer. Man kann sich nicht einfach herauswinden – wer gut greift, kontrolliert. Für Anfänger ist das oft frustrierend, aber es zwingt dich, sauber zu arbeiten statt mit Kraft.

Was ist No-Gi?

Im No-Gi trainierst du in Rashguard und Shorts. Es gibt nichts zu greifen außer Kopf, Armen, Körper und Beinen. Deshalb dominieren hier Underhooks, Overhooks, Ringer-Griffe und Beinangriffe. Das Tempo ist höher, man rutscht leichter aus Positionen heraus – und Fehler werden schneller bestraft.

No-Gi ist näher am Ringen und an MMA. Viele, die von dort kommen, fühlen sich im No-Gi sofort wohler.

Was ist für Anfänger besser?

Unsere Empfehlung: Fang mit dem Gi an, wenn du kannst. Der Gi verlangsamt alles und zeigt dir gnadenlos, wo deine Technik nicht stimmt. Wer im Gi gelernt hat, sich zu bewegen, kommt im No-Gi meist schnell zurecht. Umgekehrt ist der Weg oft schwerer.

Aber: Das Beste ist beides. Der Gi schult Präzision und Geduld, No-Gi schult Tempo, Athletik und Druck. Zusammen ergibt das ein vollständiges Jiu-Jitsu. Ein guter Mix ist zum Beispiel zwei Gi-Einheiten und eine No-Gi-Einheit pro Woche.

Lassen sich Techniken übertragen?

Die Prinzipien ja – Hebelwirkung, Balance, Positionen, Druck. Einzelne Techniken nicht immer: Eine Spider Guard funktioniert ohne Ärmel nicht, und ein Kragenwürger braucht einen Kragen. Im No-Gi musst du Griffe am Körper ersetzen und viel mehr mit Haken und Beinen arbeiten.

Gürtel im Gi und No-Gi

Das klassische Gürtelsystem (Weiß, Blau, Lila, Braun, Schwarz) kommt aus dem Gi. Im No-Gi gibt es meist keine eigenen Gürtel; bei Turnieren wird nach Erfahrung eingeteilt (Beginner, Intermediate, Advanced). Die meisten Akademien vergeben den Gürtel für dein gesamtes Jiu-Jitsu – Gi und No-Gi zusammen. Mehr dazu in BJJ Gürtel: Reihenfolge, Farben und Bedeutung.

Am Ende ist alles Jiu-Jitsu

  • Du willst Technik, Präzision und Kontrolle? → Gi.
  • Du willst Tempo, Athletik, MMA? → No-Gi.
  • Du willst das vollständige Bild? → Beides.

Der Unterschied liegt in Kleidung und Regeln. Der Kern – sich anpassen, ruhig bleiben, Lösungen finden – ist derselbe.

Häufige Fragen

Was ist schwieriger – Gi oder No-Gi?

Das hängt von dir ab. Gi ist technischer und langsamer, es gibt mehr Griffe und Details zu lernen. No-Gi ist schneller und körperlicher, Fehler werden schneller bestraft. Viele empfinden den Gi am Anfang als schwieriger.

Was sollten Anfänger zuerst trainieren?

Wenn möglich mit dem Gi beginnen und No-Gi nach ein paar Monaten dazunehmen. Der Gi lehrt saubere Technik und Geduld; danach fällt No-Gi leichter.

Gibt es Gürtel im No-Gi?

Meist nicht. Das Gürtelsystem stammt aus dem Gi. Bei No-Gi-Turnieren wird nach Erfahrung eingeteilt, und in den meisten Akademien gilt dein Gürtel für Gi und No-Gi zusammen.

Ist No-Gi besser für MMA?

Ja, No-Gi ist näher an MMA, weil es dort auch keine Kleidung zum Greifen gibt. Trotzdem trainieren viele MMA-Kämpfer zusätzlich im Gi, um ihre Technik zu verfeinern.

Was ist ein BJJ-Gi und was kostet er?

Der Gi ist der Trainingsanzug aus robuster Baumwolle mit Jacke, Hose und Gürtel. Ein guter Einsteiger-Gi kostet etwa 60 bis 120 €, Wettkampf-Gis 120 bis 200 €.

Welche Gi-Größe brauche ich?

BJJ-Gis gibt es in A-Größen (A0 bis A5) für Erwachsene, F-Größen für Frauen und M-Größen für Kinder. Entscheidend sind Körpergröße und Gewicht – und dass Baumwolle beim ersten Waschen etwas einläuft. Im Zweifel frag deinen Coach.

Brauche ich zum ersten Training einen Gi?

Nein. Zum Probetraining reichen bequeme Sportkleidung mit langer Hose und T-Shirt. Den Gi kaufst du erst, wenn du weißt, dass du dabeibleibst.

Gi und No-Gi im BJJ DOJO Berlin

Bei uns in Kreuzberg gibt es beides: Gi-Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene sowie No-Gi-Kurse. Alle Zeiten findest du im Trainingsplan. Neu im BJJ? Dann starte mit unserem Intro-Kurs für Anfänger. Kostenloses Probetraining buchen →

NoGi-Training im BJJ DOJO Berlin: Gasttrainer Sandro Vieira (Checkmat) und Rodrigo Fernandes beim Positionstraining. Foto: Photo Blackbelt.
Sandro Vieira (Checkmat) beim No-Gi-Training im BJJ DOJO Berlin. © Photo Blackbelt

Unser Gasttrainer: Sandro Gabriel Vieira (Checkmat) ist IBJJF-Weltmeister 2026 (World Masters, Master 3, Schwarzgurt, Mittelgewicht). Einmal im Jahr trainiert er bei uns auf der Matte – im Gi und im No-Gi.

Weiterlesen: Wikipedia – Brazilian Jiu-Jitsu

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